Ablösung von TeamViewer durch eine selbstgehostete Fernwartungslösung
Ausgangssituation
Für die Fernwartung von Kundensystemen wurde lange Zeit TeamViewer als zentrale Lösung eingesetzt. Damit konnten Endgeräte der Kunden remote gewartet, Probleme behoben und Systeme administriert werden.
Die Infrastruktur bestand aus:
- Einer TeamViewer-Einzellizenz
- Verwalteten Geräten bei mehreren Kunden
- Abhängiger Verbindung über die TeamViewer-Cloud-Infrastruktur
- Keiner eigenen Kontrolle über die genutzte Plattform
Die Lösung funktionierte technisch, war jedoch mit jährlich steigenden Lizenzkosten, zunehmendem Funktionsballast und wachsenden Fragen zur Datensouveränität verbunden.
Festgestellte Probleme
Bei der Analyse zeigten sich mehrere typische Herausforderungen, die viele IT-Dienstleister und Unternehmen mit etablierten Tools erleben:
Zunehmende Produktkomplexität
TeamViewer hat sich über die Jahre von einem schlanken Fernwartungstool zu einer umfangreichen Kollaborationsplattform entwickelt. Viele Funktionen wurden im Alltag nicht benötigt, die Client-Software wurde schwerfälliger und der Fokus auf schnelle, unkomplizierte Fernwartung ging verloren.
Fehlende Datensouveränität
Verbindungen liefen über die Cloud-Infrastruktur des Anbieters. Es gab keine Kontrolle darüber, wo Verbindungsdaten verarbeitet werden – was besonders in datenschutzsensiblen Kundenumgebungen zunehmend schwer argumentierbar wurde.
Steigende Lizenzkosten
Die jährlichen Abokosten stiegen regelmäßig, ohne dass der Mehrwert für den reinen Fernwartungs-Anwendungsfall im gleichen Maße wuchs. Eine echte Kostenkontrolle war kaum noch gegeben.
Die Lösung: Eigener Server, Open-Source-Software
TeamViewer wurde durch RustDesk ersetzt – eine Open-Source-Fernwartungslösung, die auf einem eigenen Server selbst betrieben wird.
Die technische Umsetzung umfasste:
- Aufbau eines dedizierten RustDesk-Servers auf einem Cloud-VPS in Deutschland
- Konfiguration mit eigenem Schlüsselpaar für verschlüsselte Verbindungen
- Einrichtung automatischer Serverupdates (über Watchtower und unattended-upgrades)
- Konfiguration der Clients mit eigenem Relay-Server statt fremder Cloud
Migrationsstrategie
Die Umstellung erfolgte so, dass kein Kundengerät dauerhaft unerreichbar wurde. Der alte TeamViewer-Client blieb bis zur vollständigen Umstellung parallel installiert. Die Clients wurden einmalig auf den neuen RustDesk-Server konfiguriert. Ein DNS-basierter Serverbetrieb ermöglichte es zudem, spätere Infrastrukturwechsel ohne erneuten Client-Eingriff durchzuführen. Nach erfolgreicher Migration wurde TeamViewer deinstalliert und die Lizenz gekündigt.
Ergebnis
Nach der Umstellung ergaben sich sofort messbare und strategische Vorteile:
Volle Datensouveränität
Alle Verbindungen laufen über den eigenen Server in Deutschland. Kein Datenverkehr über fremde Infrastruktur.
Schlanker Betrieb
Fokus auf das Wesentliche: Schnelle Verbindungen ohne Ablenkung und unnötigen Funktionsüberbau.
Kostenkontrolle
Statt steigender Abogebühren: fixe Serverkosten plus eine bewusste RustDesk-Lizenz, mit der wir gleichzeitig die Weiterentwicklung des Open-Source-Projekts unterstützen.
Fazit & Nutzen
Gerade als IT-Dienstleister oder Unternehmen lohnt es sich regelmäßig zu hinterfragen, ob etablierte Tools noch zum eigenen Arbeitsmodell passen - oder ob sie sich längst in eine andere Richtung entwickelt haben.
Durch den Wechsel zu einer selbstgehosteten Open-Source-Lösung konnte die volle Kontrolle über die eigene Fernwartungsinfrastruktur zurückgewonnen, die Datensouveränität gegenüber Kunden deutlich verbessert und ein laufender Kostenblock dauerhaft reduziert werden.
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