Modernisierung einer Zwei-Standort-Infrastruktur
Ausgangssituation
Ein Unternehmen mit zwei Standorten nutzte eine gewachsene IT-Infrastruktur, die über Jahre hinweg pragmatisch erweitert worden war, aber zunehmend an ihre Grenzen stieß.
Das Unternehmen arbeitet mit zwei Kategorien von Daten:
- Sensible, vertrauliche Daten, die bewusst lokal verbleiben sollen
- Kommunikations- und Kollaborationsdaten in Microsoft 365
Für die lokalen Daten bestand die Infrastruktur aus:
- Einem Windows-11-Pro-Rechner als zentralem "Fileserver"
- Doppelter Datenhaltung an beiden Standorten
- Einer Synchronisationssoftware zum Abgleich der Daten zwischen den Standorten
- Mehreren kleinen, verteilten Switches mit Fast-Ethernet-Anschlüssen (100 Mbit/s)
- Einem bestehenden Site-to-Site-VPN zwischen den Standorten
- Ausschließlich lokalen Benutzerkonten auf allen Rechnern
- Keiner zentralen Benutzer- oder Geräteverwaltung
Die Lösung funktionierte im Grundsatz, war jedoch fehleranfällig und für den Arbeitsalltag zunehmend belastend.
Festgestellte Probleme
Bei der Analyse zeigten sich mehrere typische Herausforderungen:
Windows 11 Pro als Fileserver ungeeignet
- Maximal 20 gleichzeitige SMB-Verbindungen
- Verbindungsfehler bei mehreren Nutzern
- Technisch nicht als Fileserver ausgelegt
Doppelte Datenhaltung trotz VPN
- Redundante Daten an beiden Standorten
- Regelmäßige Dateikonflikte durch Synchronisation
- Unklar, welche Version aktuell ist
Keine zentrale Benutzerverwaltung
- Nur lokale Konten auf jedem Rechner
- Manuelle Passwort- und Rechteverwaltung
- Keine zentralen Sicherheitsrichtlinien
Veraltete Netzwerkinfrastruktur
- Diverse Switches ohne zentrale Verwaltung
- Fast Ethernet (100 Mbit/s) als Flaschenhals
- Fehlersuche nur vor Ort möglich
Fehlende strukturierte Datensicherung
- Kein zentrales Backup-Konzept
- Keine gesicherte Wiederherstellung
- Keine Sicherung der Microsoft-365-Daten
Zielsetzung
Lösung
Die Infrastruktur wurde an beiden Standorten grundlegend modernisiert und vereinfacht.
Zentraler Fileserver statt Windows-PC
Der Windows-11-Pro-Rechner wurde durch ein dediziertes Synology NAS als zentralen Fileserver ersetzt. Sensible Daten liegen auf verschlüsselten Freigaben - lokal, unter voller Kontrolle des Unternehmens.
Von Synchronisation zu zentraler Datenhaltung
Die bisherige Synchronisationssoftware wurde durch Synology Drive ersetzt. Daten existieren nur noch einmal auf dem NAS. Mitarbeiter beider Standorte greifen über das bestehende Site-to-Site-VPN via Synology Drive auf denselben Datenbestand zu. Dateikonflikte durch parallele Synchronisation sind damit strukturell ausgeschlossen.
Zentrale Benutzerverwaltung mit Entra ID
Alle lokalen Benutzerkonten wurden durch Microsoft Entra ID als zentralen Identity Provider abgelöst. Ein Konto pro Mitarbeiter, gültig für alle Geräte und Standorte. Passwortrichtlinien und Sicherheitsanforderungen werden zentral definiert und automatisch durchgesetzt.
Netzwerkmodernisierung
Alle alten Fast-Ethernet-Switches wurden durch einheitliche UniFi-Hardware mit Gigabit-Anschlüssen ersetzt. Beide Standorte werden zentral in einer einzigen Oberfläche verwaltet - Konfiguration und Fehlersuche remote möglich.
Strukturierte Datensicherung
Synology Active Backup for Business sichert automatisiert alle lokalen NAS-Daten, die Windows-Rechner beider Standorte sowie sämtliche Microsoft-365-Inhalte (E-Mails, Kalender, Kontakte, SharePoint) - ohne zusätzliche Lizenzkosten.
Bewusste Architekturentscheidung: Hybrid aus lokal und Cloud
Die eingesetzte Lösung folgt keinem "Cloud first"-Ansatz, sondern einer durchdachten Hybrid-Strategie:
- Sensible Daten verbleiben auf dem NAS - lokal, verschlüsselt, unter voller Kontrolle des Unternehmens
- Kommunikation und Kollaboration laufen weiterhin über Microsoft 365
- Beide Welten werden gesichert: Active Backup for Business sichert sowohl die lokalen NAS-Daten als auch die Microsoft-365-Inhalte
Ein NAS ist in dieser Architektur keine Übergangslösung, sondern die richtige Antwort auf konkrete Datenschutz- und Compliance-Anforderungen.
Ergebnis
Nach der Umstellung ergaben sich mehrere Vorteile:
Sichere lokale Datenhaltung
Vertrauliche Daten verschlüsselt auf dem NAS, kein Abfluss in die Cloud
Keine Dateikonflikte mehr
Zentrale Datenhaltung via Synology Drive statt fehleranfälliger Synchronisation
Zentrale Benutzerverwaltung
Ein Konto pro Mitarbeiter für alle Geräte und Standorte via Entra ID
Spürbar schnelleres Netzwerk
Gigabit statt Fast Ethernet, einheitliche UniFi-Hardware an beiden Standorten
Zentrale Netzwerkverwaltung
Beide Standorte in einer Oberfläche, Fehlersuche und Änderungen remote
Strukturierte Datensicherung
Automatisiertes Backup lokaler Daten, Endgeräte und Microsoft 365
Fazit
Nicht jedes Unternehmen kann oder will alle Daten in die Cloud auslagern - und das ist eine legitime, oft sinnvolle Entscheidung. Die Antwort darauf ist keine Entweder-oder-Architektur, sondern eine durchdachte Kombination: sensible Daten lokal und verschlüsselt, Kollaboration in der Cloud, zentrale Identitäten für beides.
Durch die Modernisierung der Zwei-Standort-Infrastruktur konnte eine sichere, zentrale Datenbasis für vertrauliche Daten geschaffen, die Fehlerquelle Synchronisation dauerhaft eliminiert, eine zentrale Benutzerverwaltung eingeführt, das Netzwerk auf ein modernes Niveau gehoben und eine strukturierte Datensicherung für beide Datenbereiche eingeführt werden.
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